19.01.2022
Neue Texte in fetter Schrift

Auf dieser Seite kommen ein paar persönliche Wahrheiten.
Wer darauf jetzt keine Lust hat, vielleicht weil er eher auf
Kuschelrock aus ist, sollte dann zu den Bildern oder der Musik gehen.

WÄHREND DIE ANDEREN SCHLAFEN; SCHREIE ICH.
ICH SCHREIE SO LEISE, DASS ICH DIE ANDEREN NICHT WECKE.


 

Das kleine Mädchen in Gestalt einer reifen Frau läuft schon wieder wütend zur Obersten um sich über Kollegen zu beschweren. Feige, hinterrücks und verlogen. Sie fühlt ihre Macht und nutzt sie eiskalt.
Das ist ihre Bestimmung. Sie weiß nichts von ihrer Krankheit. Sie findet das rechtens. Ein Leben auf der Grenzlinie. Jahrelang war sie zuhause das verwahrloste Kind.

Ihr schönes energisches Gesicht macht den Eindruck eines zufriedenen Lebens mit einer glücklichen Familie. Niemand sieht ihr die übergroße Anstrengung an. Wie sie es geschafft hat alle Prüfungen zur Therapeutin zu überstehen ohne aufzufallen.
Ihr Handicap, dass ihre Sensibilität und hohe Intelligenz auf ein schwarzweißes Seelenleben stößt, bleibt einer stumpfen Umgebung verborgen.

Sie muss alle Bewertungen von anderen Menschen scannen um zu einer klaren Aussage zu kommen. Eine Sisyphus Arbeit. Allmählich wird dieses heimliche Lernen zum Kick. Sie fällt nicht auf. Sie lebt wie eine geheime Agentin.
Sie fährt mit ihrem schnellen Auto konzentriert halsbrecherisch, sobald sie von der Schule weiter entfernt ist, immer wissend wo sich der nächste Blitzer befindet.
Ebenso unterhält sie heimlich riskante schnell wechselnde Beziehungen.
Zum Beispiel zu dem kleinen Eisbären Knut.

Die ganze Klinik schaut zu, wie sie ihren Mann betrügt und wie verlogen das Image der heiligen Familie mit vier Kindern ist.
Aber sie ist erfolgreich.
Niemand fragt nach, woher ihre jähen Wutanfälle kommen.

An einem Mittwoch schreibt ein Kollege ihr seltsame Dinge, ohne Angst vor ihrer Macht. Er weiß, was ihr Hilfe bringt.
Erst ganz normale Beschreibungen ihres Heimatortes und dann plötzlich dass vier Kinder haben doch Hubschrauberfliegen im Wohnzimmer ist.

Die Spannung zwischen den beiden ist die von Spionen. Was weisst du.
Immer weitere seltsame Szenen folgen. Sie ist fasziniert.
Gibt aber keine Antwort.
Von Muhammed Ali zum falschen Hasen.          Irre.

Was weisst du über mich.

Doch dann spürt sie die Absicht seines Erzählens und die Wut steigt in ihr auf.
Will er ihr helfen. Das darf nicht sein. Er lässt meine Welt auffliegen.
Sie jagt die Strasse hoch, bis es zur Abzweigung kommt.
Hier liegt auf der Ecke die Polizeistation. Sie handelt wütend und impulsiv. Ich zeige ihn an. Er muss eine Gegenrede bringen und dann hab ich seine Gründe schwarz auf weiss.

Der Kollege erhält einen absoluten Freispruch.

Das sagt sie der Obersten natürlich nicht.



Mit einem Male wurde ihr klar, dass sie verlassen war.
Sie hatte dafür gesorgt, dass er gehen musste. Jetzt war er weg.

Wie raffiniert er war sie mit Frechheiten auf Distanz zu halten.
Wäre er nur fürsorglich geblieben, hätte sie ihn augenblicklich manipuliert.
Er sollte ein Bild von ihr haben, das
sie gemalt hatte. Er durfte auf keinen Fall von ihrem Leid erfahren. Dazu war er durchweg zu gut gelaunt und mit Freude erfüllt bei der gemeinsamen Arbeit.

Anfangs wähnte sie ihn als Rangunteren.
Aber sein unverschämtes Selbstbewußtsein präsentierte ihn auf Augenhöhe.

In einer Sekunde schlug ihre Bewunderung in abgrundtiefen Hass um.
Er kann nichts von mir wissen und doch errät er meine Verhältnisse.
Er schiesst ins Blaue und trifft ins Schwarze.

Er soll meine Macht spüren. Er muss weg.
 


 

Ich ging in Eilendorf auf ein riesiges Schloss aus Fachwerk zu.
Vorgelagert ein großzügiger Park mit üppigen Büschen und prachtvollen Bäumen. 
Der Weg führte geradewegs auf das Hauptgebäude zu. 

Die einfache schwere Holztür stand weit offen. 
Ihr Mann saß freundlich grinsend am Tisch und nickte zur Begrüßung. 
Er wusste welches Risiko ich eingegangen war um ihr zu helfen. 


Sie stand angelehnt an einem halbhohen Möbelstück.
Völlig entspannt, mit einer Tasse Tee in der Hand.
Auch sie grinste mich warmherzig an. Schweigend.

Ich erwachte aus diesem Traum von einzigartiger Atmosphäre.

 



Der kleine Eisbär Knut hat einen sonderbaren Makel.
Seine Zunge ist viel zu lang, weshalb er von seinen Mitschülern ständig gehänselt wird. Er geht zur Lehrerin und beklagt sich. Die Lehrerin, vom täglichen Unterricht gelangweilt, erzählt ihm von ihrer breiten offenen Stelle unterm Solar Plexus.
Da könne er doch mal mit seiner Zunge reingehen und für den siebten Himmel sorgen. Das prickelt dann so schön in meine Bauch.
Knut kommt aber nur bis zum vierten Himmel. Da wird sie sowas von wütend auf den Waschlappen. Sie schmeisst ihn achtkantig in hohem Bogen hinaus.
Geh zu deiner Mama schreit sie ihm hinterher.
Das macht Knut auch und lässt sich was Leckeres kochen. Er schlägt sich den Bauch voll und zufrieden denkt er an die anderen Frauen, die für seine Zunge geeignet sind.
Schnell vergisst er die Geschichte mit der Lehrerin.
 




Der Mann bleibt der Frau auf ewig unterlegen. Er ist kein Seepferdchen und kann keine Kinder bekommen. Darum will er ihr mit Ideen imponieren.
Eine lebenslange Konditionierung, die nur in Frust enden kann.
Und Agression.
Selbst Frauen, die keine Kinder bekommen, werden beneidet.




Diese läppischen Fragen was nach dem Tod kommt. Immer will der Mensch Sicherheit.
Im Leben will er das. Obwohl es keine Sicherheit gibt. Auf sicherer Basis möchte er überrascht werden. Angenehm natürlich.
Aber im Tod darf es keine Überraschung geben.
Es fällt schwer, dass wir nur von A nach B gehen. Die Erregung, dass jeder Tag jetzt bedeutend wird, teilen wenige mit mir.


Alles wertet mich auf. Der kleine Fiat. Die alte Buskarte.
Abgewetzte schwarze Musikerjeans.
Junkfood.
Reiche Männer in langweiligen Agenturen mit ihren langweiligen Frauen.          Leere Bierkästen in Proberäumen.

Naja, alles eben.
 







Wenn du Lust hast mir zu schreiben, dann mach das doch einfach.

[email protected]

Ciao